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Socials Bots – die maschinellen Influencer im Netz

Vor mehr als einem Monat hat Donald Trump die Präsidentschaftswahlen in USA gewonnen. Im nächsten Jahr stehen in Europa drei grosse Länder (Deutschland, Frankreich und Holland) vor neuen Parlamentswahlen. Es werden wohl – wie in Amerika – maschinell gesteuerte Stimmungsmacher, sogenannte Social Bots, bemüht werden, die uns speziell in Deutschland mit Desinformation, falschen Kampagnen und populistischen Tiraden manipulieren werden. Hierbei kommt nicht nur die Politik in eine Vertrauenskrise, sondern auch die Medien. Wer glaubt denn noch, was er digital liest? Schreibt mir einer per mail, twitter, whatsapp, der einen klaren normalen Namen hat in Person oder sitzt dahinter ein Bot, der sich komplett automatisiert in den sozialen Netzwerken an mich heranmacht mit seinen vorgefertigten, produzierten Meinungen, um mich zu beeinflussen?

Bereits 50 % des virtuellen Lebens in Form von Chat Foren wird bereits von Social Bots bedient, und wir merken es nicht mal. Knapp 70 Millionen Deutsche sind im Internet unterwegs, nutzen das worldwideweb und spüren nicht, dass sie gesteuert werden. Die Blutzuckerwerte, die ich beispielsweise mit einer Gesundheitsapp eingebe, werden Datentechnisch schön auf einer Cloud gespeichert, und mein neuer Freund oder besser Feind, der Social Bot, nutzt meine Kontaktdaten, um mich zu beeinflussen mit jedwedem Thema, womit er gerade Meinungsmachend im Internet unterwegs ist.  Und je mehr wir uns vernetzen (smart home z.B.), um so mehr laufen wir Gefahr, universell manipuliert werden zu können. Daher immer die Quelle der Person, die einen virtuell kontaktiert, verifizieren. Die Politik und die Schulen müssen hierbei mehr Aufklärung leisten, die Technologie darf uns nicht überrollen. Wenn jeder von uns gewissenhaft mit seinen Informationen im Netz umgeht, weniger Transparenz lautet hier das Credo, um so weniger läuft man auch Gefahr, ungewollt beeinflusst zu werden. Der Hackerangriff auf die Telecom vorletzte Woche war nur eine kleine Kostprobe dessen, was auf uns zurollen kann, wenn wir weiter so offenherzig mit unserer Identität hausieren gehen, wenn das System à la Stasi Manier übernommen wird, und unsere Telefonrechnungen sowie Kontodaten und ähnliches mannigfaltig missbraucht werden. Übrigens: Demnächst gehen wir, wie jetzt schon in Seattle, USA, durch den “Amazon Offline Supermarkt”, klemmen uns das Baguette sowie die Wasserflasche unter den Arm, laufen damit heraus, ohne lange an der Kasse zu stehen, um zu bezahlen, denn beim Ausgang wird mit einem Klick an der Tür virtuell mein offline Warenkorb via Handy monetarisiert. Und wenn ich nach Hause komme, grüßt mich via social bot vielleicht mein amazon Kumpel und fragt mich, ob ich beim nächsten Einkauf nicht mein favorisiertes Waschpulver und meinen Lieblingstee einkaufen will, die im Angebot sind. Willkommen in der realen  “sience fiction” Welt….