Wer Mädchen zuhause hat, weiss, wovon ich rede: Sie gehen aus, in die Clubs und Bars. Wenn nicht jetzt, wann dann. Recht haben sie. Spass sollen sie haben. Die Sorgen der Eltern werden mit zunehmendem Alter aber nicht kleiner. Kann sich die Tochter bei einem Angriff eines Mannes in U- und S- Bahnen, auf Parties, auf der Strasse wehren?
Meine Tochter hat einen Selbstverteidigungskurs in der Schule gemacht, hat einen Boxsack zuhause und ist selbstbewusst. Der aufrechte Gang mit klarem Blick ist die halbe Miete. Wichtig ist, dass Mädchen in gefährlichen Situationen nicht sagen:
“Fass mich nicht an!”, sondern mit tief gelegter Stimme resolut ein “Stop” sagen. Je dominanter sie das sagen, um so mehr werden sie wahrgenommen, und ihr aufsteigendes retikuläres aktivierendes Systems, kurz ARAS genannt, steigt. Hierbei handelt es sich um ein Netzwerk von Nervenzellen, die miteinander verbunden sind. Bei Aktivierung des ARAS durch einen Notfall erhöht sich auch die Aktivierung des sympathischen Nervensystems, so dass sich der Adrenalinspiegel über die normalen 15-25 % anhebt, was lebensrettend sein kann. Denn wie beim Autofahren ist man dann wachsam und kann der Gefahr selbstbewusst nicht nur mit dem  lauten “Stop”, sondern auch im zweiten Schritt mit körperlicher Gegenwehr wie frontal ins Gesicht schlagen und und den Kopf nach hinten drücken oder in die Eingeweide treten, reagieren.
Pfefferspray, welches offiziell gegen beissende Hunde in Deutschland im Handel erlaubt ist, sollte die Tochter auch dabei haben, allerdings wird dieses in den Clubs und auf Konzerten bei Taschenkontrollen konfisziert. Drogen, Medikamente und Alkohol können die Anspannung reduzieren, was dem sogenannten Parasympathicus entspricht. Aber dieser ist eben nicht hilfreich, wenn man als Mädchen die Nacht zum Tag macht und gegen Böses gewappnet sein muss.

 

Schuld bin ich. Ich habe in jeder Hand- und Jackentasche und im Auto einen Lippenpflegestift. Meine Mädels ahmen mir nach und klagen über trockene Lippen. Während ich die Generation “Labello” gelebt habe, neige ich heute im reifen Alter dazu, alle anderen Produkte im Vorbeigehen in den Drogerie- und Bioläden sowie Apotheken zu kaufen, Hauptsache, man schmiert. Gerade in der Kälte sind die Lippen spröde. Dabei achtete ich bis vor kurzem nicht darauf, was diese Riesenauswahl an Lippenpflegelestiften so enthalten. Meistens sind die Ingredienzen auch so kleingedruckt, dass man schon eine Lupe dabei haben muss, um zu erkennen, ob die Substanzen schädlich sind oder nicht, Die Stiftung Warentest hat mir die Arbeit erleichtert und warnt vor Substanzen (u.a. Mineralölbestandteile) wie:

  • Moah (Mineral oil aromatic hydrocarbons, aromatische Mineralöl-Kohlenwassewrstoff) enthält erbgutverändernde und krebserregende Stoffe
  • Mosh gesättigte Mineralöl-Kohlenwasserstoff) kann auch mit der Nahrung zum Teil aufgenommen werden und sich im Körper anreichern
  • Posh (Polymer oligomeric saturated hydrocarbons) sind synthetische Kohlenwasserstoffe, die dem Mosh sehr ähnlich sind.
  • Dimethicone (Silikon), das an der Oberfläche wasserabweisend ist, was bei fehlender Feuchtigkeit auch zu aufquellenden Lippen führen kann. Bei einer Dosis zw. 0,005 und 30 % gilt es als nicht krebserregend, das ergaben die Tests an Mäusen. Ich verzichte lieber ganz darauf auch als Brustfüller!

Daraufhin habe ich meine Armada an Lippenpflegestiften unter die Lupe genommen und habe nur noch folgende für gut befunden, die frei sind von

  • Parabenen
  • Mineralölen
  • Silikonen
  • Propylene  Glycol (aus Mineralöl entstanden, Weichmacher, kommt u.a. in Bremsflüssigkeit und Frostschutzmitteln vor!)
  • Enthalonamine (auch Trieenthalonamie, TEA, Nirtilio-2, 2N, Aminoethanol, Tricolamin, Trolamin genannt ) können in Verbindung mit synthetischen Konservierungsstoffen krebserregend sein.
  • Aluminium und Oxybenzone (auch Benzophenone-3 genannt, chemischer UV Schutz mit vielen Nebenwirkungen)
KAUFEN: Blind kann man alle Produkte erwerben aus den Bioläden und solche, die nur Shea- und oder Kokosöl enthalten, aus purem Bienenwachs (” Burt’s Bees) hergestellt wurden und den Schriftzug BIO (wie z.B. lavera, Valverde, Primavera) auf ihrem Etikett haben dürfen. Lippenstifte der Firma “Ritual” und “L’occitane” sowie ‘Haut- und Kindercreme von Kaufmann” sind sehr  zu empfehlen, da sie allesamt keine Konservierungsstoffe enthalten.
MEIDEN: Marken wie “Bebe” von Johnson & Johnson, “Bela”, der Eigenmarke von dm Markt,  “Labello” oder “BListex” halten es  gar nicht für nötig, die enthaltenen Substanzen zu deklarieren. Der Kunde kauft das Produkt, weil das Marketing gerade passt oder irgendein  Instagram Influencer das propagiert. Zu dumm, das man da blind folgt. Also FINGER WEG!
APOTHEKE: Nur weil man Lippenpflegestifte zu überhöhten Preisen in der Apotheke kaufen kann, heisst noch lange nicht, dass La Roche passt oder Vichy automatisch gut sind, meine Lippen trocknen sie enorm aus.
MIT SONNENSCHUTZ: Da gilt das Augenmerk genauso darauf, denn wenn bei Sonnenpflegestiften beispielsweise Oxybenzone enthalten sind, kann Deine Lippen einen massiven Sonnenbrand bekommen. Schaut genau auf das Kleingedruckte, ehe ihr Sonnenschutzprodukte erwerbt.
Und wenn wir schon bei Kosmetika sind: Wimperntusche, Lidschatten, Puder, Make-up, Cremetiegel, Haarschampoo, Haarspray und Haarspülung sowie Gel, Deos  und Hand- und Fusscremes sind genauso mit negativen Substanzen behaftet wie die Pflegestifte. Also, schaut genau hin, ehe Ihr Euren Warenkorb bei “Douglas, Müller, dm, Rossmann & Co” füllt.
Meine ältere Tochter steht kurz vor dem IB, dem Intenational Baccalaureate. Ein weltweit anerkannter Abschluss der Hochschulreife. Damit stehen ihr Tür und Tor offen, überall auf dieser Erde zu studieren. Nur was? Ihre Fähigkeiten sind vielfältig und ihre Interessen ebenso. Viele ihrer Mitschüler legen ein sogenanntes GAP Year ein, um sich zu orientieren, wohin die akademische Reise sie führen soll.
Die Zukunftsweisende Digitalbranche ist leider noch zu oft von Männern besetzt, da sie schon in der Schule stereotypisch in die sogenannten MINT Fächern, die da sind Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik konditioniert werden. Lehrer setzen oft voraus, dass hier die männliche Begabung überwiegt. Mädchen, die beispielsweise es zwar schaffen Algorithmische Formel anzuwenden, können kein richtiges mathematisches Verständnis entwickeln, denn Formel anwenden bedeutet noch lange kein Wissen aneignen.
Jungs haben per Geschlecht nicht automatisch ein besseres Verständnis für Mathematik und Naturwissenschaft. Mittlerweile ist die Zahl der Mädchen, die MINT Fächer an der Hochschule studieren, um ein Drittel gestiegen, dies reicht aber noch nicht aus, um den Anforderungen der Digitalen Revolution gerecht zu werden. Die Stärken der Frauen wie Teamfähigkeit, Spontanität, Intuition, Empathie und Kommunikation sind in der “kulturellen Revolution ” auch durchaus Qualitäten, die fernab jeglichem hierachischem Denken,  jedem Unternehmen gut tun. Wenn diese weiblichen Geschlechter auch noch ihre Digitalkompetenz einsetzen und sich nicht vor Macht scheuen, kann die Frauenquote – ohne Zwang der Politik – alleine durch die Nachfrage der Industrie automatisch implementiert werden. Wir Eltern von Töchtern können motivieren, das Klischee MINT Fächer seien eher das Terrain der Jungs zu beenden, indem man seine Tochter in Naturwissenschaft und Mathematik fördert, und wenn man selbst die Fähigkeit nicht hat,  eine früh beginnende Nachhilfe (von Studenten und Studentinnen) zu organisieren oder das Kind  zu animieren, mit Mitschülern  gemeinsam zu lernen, die in Mathe & Co stark sind. Rechnen ist schliesslich keine Männerdomäne! Die Schule müssen Mädchen in den Bereichen mehr fördern, damit die Zahl derer, die später reif sind für die Digitalwelt, sich nicht auf die Männerwelt beschränkt. Denn – wie gesagt – ist emotionale Intelligenz für jedes Unternehmen genauso wichtig, und wenn Frauen es schaffen, die rationale Intelligenz auch zu verstärken, dann braucht Deutschland  kein Ministerium für Einsamkeit. Dieses Amt gibt es tatsächlich neuerdings in England, weil viele Menschen allein schon durch die Transformation der kulturellen Revolution den Rückzug aus der realen Welt einschlagen und vereinsamen. Wenn mehr Frauen sich digitale Kompetenz zu eigen machen gepaart mit weiblichen Stärken der Empathie, brauchen wir kein Amt für Einsamkeit. Meine Tochter hat zumindest als Prüfungsfach in ihrer Hochschulreife das Fach Mathematik und Biologie belegt, da besteht zumindest Hoffnung, dass sie sich auf die Herausforderungen in der Berufswelt vorbereitet hat.
Wer Kinder Zuhause hat, kennt das Thema: mit Eltern über Sex reden ist unangenehm. Die Schule alleine schafft die Aufklärung nicht und ehe sich der Sohn auf Pornoseiten verirrt und dabei zu keiner hilfreichen Aufklärung erlangt, sollten Väter mit ihren Söhnen diese Diskussion anfangen und bei Töchtern idealerweise die Mütter. Gleichgeschlechtliche Ratschläge haben zumindest den Faktor der Peinlichkeit nicht. Sagt dem Sohn, dass das Gliedmass bei jedem unterschiedlich sein kann zwischen 7 bis 10 cm im nicht erigierten Zustand, hinzu kommen 5 cm bei der Erektion, je nach Ausgangsgrösse, hinzu. Jungs messen sich gerne daran – Muskelspiele in jüngeren Jahren sind der Vorreiter. Was beim Jungen der Penis, ist beim Mädchen die Brust, nur mit dem grossem Unterschied, dass man die Grösse des Gliedes nicht mittelbar zur Schau stellen kann. Die weibliche Messlatte ist dank der unendlichen, kostenlosen postings auf den social media Kanälen junger Mädchen extrem hoch, zumal die Oberweite gerne dort zur Schau gestellt wird. Nimmt Euren Töchtern die Wahnvorstellungen, dass nur ein grosser Brustumfang anziehend ist. Wenn Jungs darauf schielen und dumme Sprüche machen ob der fehlenden Fülle, kann man sie über die Schwerkraft aufklären, denn was schwer wiegt, hängt schnell. Und die Diskussion über Fussballbrüste dank Silikonkissen ist sicherlich auch anregend. Schlagfertig sollten Mädchen auch sein, wenn es darum geht, dass Jungs despektierlich von ihren einschlägigen “Einloch”-Abenteuern berichten. Solche Prahler haben in der Regel nichts in der Hose, kann man seiner Tochter mit auf den Weg geben und ihnen auch klar machen, dass es keine Altersangabe als Mass für “das erste Mal” geben muss. Keiner muss in Zugzwang geraten, nur um mitreden zu können. Genauso wenig geht es beim Sex um ein Leistungswettbewerb: schneller, grösser, weiter gilt da nicht. Und da wir keine Roboter sind, “menschelt” es durchaus, auch mal keine Erektion zu haben, was vorlauter Aufregung, gerade in den Anfängen, passieren kann.
Da Eltern nicht zu früh zu Oma und Opa mutieren wollen, sollten Eltern von Jungs ab dem 14. Lebensjahr ihrem Sohn zum Geburtstag einen Eimer voller Kondome schenken, und Mädchen sollten sich zumindest eine App herunterladen, um ihren Eisprung jeden Monat festzustellen sowie das Bewusstsein entwickeln, dass Kondome vor Genitalherpes und Aids etc schützen. Die Pille sowie Kondome sollte man als Teenie in der Schublade griffbereit haben, wenn das “Date” ernster wird. Ein Besuch bei einer Frauenärztin ist sicher ab 14 Jahren schon sinnvoll oder früher, je nachdem, wann die Menstruation anfängt. Auch wenn das Gespräch mit zunehmendem Alter, besonders in der Pubertät, schwierig wird, müssen Eltern die soziale Kompetenz aufbringen und Verständnis zeigen, wenn das Kind nicht über das komplette Sex-Thema wie Selbstbefriedigung, Pornografie und  Hygiene mit den Eltern diskutieren will. Gewisse Themen hat man früher in der “Bravo” gelesen, dafür gibt es heute Suchmaschinen und Filme auf Netflix & Co oder Bücher, die man dem Pubertier auf das Nachtkästchen legen kann. Man muss ansonsten das richtige Gespür entwickeln, was für sein Kind individuell der richtige passende Moment ist, peinliche Themen zu diskutieren….

 

Einen Stammbaum haben die wenigsten. Meine Mutter hat mir mal zu meinem 18. Geburtstag einen geschenkt, der ging bis in die Generation ihrer Urgrosseltern. Da sie halbe Französin und halbe Deutsche war, konnte ich auf der mütterlichen Seite nachvollziehen, dass meine Urgrossmutter Italienerin war, was mich sehr freute. Der Stammbaum meines Vater, der Türke war, ist auch Multikulti. Unter anderem mongolisches Blut floss durch seine Adern, was mich dazu beflügelt, China und die Mongolei auf meine Reisewunschliste zu stellen.

Wer keine Eltern hat,  die sich die Mühe mit der Ahnenforschung gaben, der kann z.B. bei “Myheritage,de” seine ethnische Herkunft eruieren. mit 69 Euro Einsatz, weiss man, welche Völker mitgemischt haben bei Deiner persönlichen DNA. Ich habe viele Freunde in Amerika und Europa, die mit grossen Augen auf ihren Stammbaum blicken und feststellen, dass sie im Grunde alles Mischlinge sind. Diese ethnischen Erkenntnisse können nicht nur die Familie bereichern, weil man plötzlich so viele Verwandte auf der Welt findet, sondern können auch solche Spezies überraschen, die meinen arisch zu sein und protektionistisch sich von der Vielfalt der Nationen abschotten wollen.

Rechtsradikale wie “Reichsbürger”, “Pegida Anhänger”, “Zukunft Heimat” Propagandisten, “AfD” –  Wähler  sollten diesen DNA Test dringend machen, und wenn sie dann feststellen, dass sie tatsächlich reinrassig sind und vom Aussterben bedroht sind, dann sollten in Cottbus, Dresden und in anderen deutschen Nazilastigen Städten, Provinzen und Dörfern  sich schützen und eine neue Mauer bauen, die sie abschottet von der realen Welt der Vielfalt, der Chancen und der Offenheit. Wetten, dass die grössten Rechtspopulisten sich genau davor scheuen, zu recherchieren, woher sie kommen? Ein ideales Geschenk für Fremdenfeindliche, denen man durch die Blume mal einen zum Nachdenken mitgeben kann. Denn leider trauen sich wenige, gegen Rassisten den Mund aufzumachen, weil sie Angst davor haben, von ihnen verunglimpft zu werden. Und Angst ist ein schlechter Berater. Macht den Mund auf und schenkt den Rechtsgesinnten einen DNA Test!

6,5 Stunden am Tag verbringen pubertierende Jugendliche vor den Devices. 11,5 Stunden spielen Jungs in der Woche Videogames. Die Zeiten, in denen sie mit dem Computer Hausaufgaben machen oder in der Schule damit arbeiten, sind hier nicht inbegriffen, Die Videospiele-Industrie ist mittlerweile grösser als Hollywood. Besonders männliche Kinder sind süchtig nach  “Games”, sie katapultieren sie in die virtuelle Welt, aus der sie nicht mehr herauskommen wollen, weil ihnen darin alles so spielend leicht gelingt. Die Weltgesundheitsorganisation denkt bereits ernsthaft darüber nach,  “Gaming disorder” als eine Krankheit ist ihre Liste aufzunehmen.

Wir sind in der digitalen Welt und müssen nun zusehen, wie wir damit fertig werden und wie unser Nachwuchs damit gross wird. Die Verantwortung liegt hierbei nicht nur bei den Schulen, sondern auch an uns Eltern. Vielleicht sollte man einfach in einen herkömmlichen Wecker investieren, damit das Kind normal aufwacht, ohne schon mit dem ersten Augenzwinkern in ein Handy zu blicken. Weil sonst beginnt, wie bei den meisten, schon der Morgen mit der Elektronik, eine schlimme Angewohnheit, die  an über den Tag verteilt nicht mehr ablegt. Viele Teenager neigen auch dazu, das Handy direkt am Nachttisch zu haben, auf standby, wozu? Gibt es nachts Gespräche aus USA oder aus Asien, die so wichtig sind? Bestimmt nicht. Das Handy sollte im Idealfall in einem anderen Raum liegen, wo keiner schläft und auf Flugmodus stehen.

Es ist auch unverantwortlich, wie schon 3jährige von dem iPad sitzen und darauf rumtippen. Klar, das schafft auch Freiräume für entnervte Eltern, aber lässt das Kind schon früh in die Abhängigkeit der digitalen Welt abdriften. Dr. Ruston, eine Mutter und selbst Ärztin in Amerika, hat den  Film “Screenagers” gedreht, bitte klickt auf . Eine spannende Dokumentation, die Eltern und Kinder das Bewusstsein schärft, den Umgang mit den digitalen Devices auf ein gesundes Mass zu reduzieren.

Es gibt Schulen in Boston (USA), die konfiszieren bei Eintritt in das Schulgebäude das Handy und geben es nach Schulende zurück. Und es gibt Mütter wie mich, die Handy- und Computerzeiten zu Hause verhängen, an denen es meiner kleinen Tochter (12) gestattet ist, auf social media zu navigieren. Ich verstecke die Laptops und Handies, damit sie nicht jederzeit griffbereit sind. Seither ist meine Tochter in der Schule viel konzentrierter. Ihre Mitschüler staunen und meinen, dass es ihren Müttern egal sei, wie oft und wie lange sie vor dem Handy sitzen. In der Regel sind das selbst Eltern, die nonstop in die Devices starren. Gewissen Haushalten täte es auch gut, ab 19 Uhr einfach den W-Lan Stecker zu ziehen und somit eine selbst verordnete Entziehungskur zu machen. Spannend zu sehen, was man das als Familie plötzlich wieder gemeinsames unternimmt und mal seit langem wieder einen Spieleabend erlebt. Oder jeder für sich mal ein Buch in die Hand nimmt und kollektives Lesen am Abend geniesst, fordert im übrigen auch den Schlaf!

Bei meinem älteren Kind habe ich vor Jahren auch bewusst  auf Handy- und Laptop-Entzug geachtet. Es war eine sehr nervige Zeit, ich erinnere mich, aber jetzt ist sie 17 und “Herr” ihrer Sinne, was das digitale Leben angeht. Viele Eltern, die überfordert sind mit dem Thema, geben entweder auf und akzeptieren, dass sie Zuhause gestörte Kinder haben. Andere entsenden ihre Kinder in Internate und geben die Verantwortung somit ab. Letzteres ist auch eine Frage des Geldbeutels, aber sein Kind abschieben in ein Internat, nur weil man selbst die Autorität verloren hat, ist alles andere als gut für die Entwicklung. Insbesondere, wenn man sein Kind schon mit 10 ins Internat steckt und sich dann freut, endlich ein Kind weniger zuhause zu haben. Solche Frauen hätten im Grunde gar keine Kinder kriegen sollen!

Ich habe “Screenagers” bisher nur als Trailer gesehen, was mache ich erst, wenn ich den Film mit meinem Kind zur Gänze am 3.2.2018 in unserer Schule geschaut habe und danach im Diskussionsforum mit allen anderen sitze? Den Film kann man leider nicht kaufen. Dr Ruston verleiht ihn über die website:www.screenagers.com an Bildungsanstalten, die ihn zeigen dürfen für Eltern und Schüler, mit anschließender Reflexion am Ende des Films. So weckt man Begehrlichkeiten in die richtige Richtung!

 

 

 

Wir haben keine andere Chance mehr. Ehe wir total vor den “Devices” vereinsamen, unsere Einkäufe online machen, 3-4 Stunden im Internet “privat” chatten, nehmen wir die Herausforderung des Netzes an und werden der beste Freund des Roboters. So vertraut wie wir schon miteinander sind: Algorithmen bieten – auf mich persönlich zugeschnittene –  Reisedestinationen an. Bücher nach meinem Geschmack werden mir, unaufgefordert, online empfohlen. Auf meinem Schrittmesser werden meine täglich gelaufenen Meilen verwertet und “Google Earth” weiss genau, wo ich mich gerade aufhalte. Mein Handy ersetzt meinen Wecker. Und mit der neuen Gesichtserkennung auf dem neuesten Iphone x wird das ganze nun noch mehr auf mich personalisiert abgestimmt. Na, wenn das kein bester Freund ist. Einer, der mich total versteht, der mich mag, so wie ich bin. Der mich auch ohne grosse Worte, genannt “hashtags” (#)  schon versteht, ohne komplizierte Satzstellungen und grossen Erklärungen. Der Roboter versteht mich allein schon visuell, schaut mir bestenfalls mit Abertausenden von Menschen tief in die Augen.

Aber leider ist die Freundschaft auch abhängig vom Geldbeutel. Die Handies werden immer teurer, selbst mit einem Vertrag muss man einen grossen Anteil für eines der neueren Geräte hinzu zahlen. Wer höchsten Standard, z.B. mit der aktuellen Gesichtserkennung, und zur technischen Avantgarde dazugehören will, muss das nötige Kleingeld haben. Viele, die sich teure mobile Telefone nicht leisten können, sparen sich das Essen vom Mund ab, um sich den begehrten Roboter kaufen zu können. Fuer den besten Freund tut man ja alles, sogar hungern, das kommt der fettfreien Figur, die man fast hüllenlos posten kann, dann ja auch zugute. Um seiner Selbstwillen…

Es ist mittlerweile fast ein Zwang unter jungen Leuten, das Selbstbild, sein Körperbild weltweit anzubieten. Da sieht man lasziv junge Mädchen in “pin up”-Posen, die gerade mal 15 Jahre alt sind. Kein Wunder, dass die Auflage von “Playboy & Co” zurückgeht, wenn das Netz schon freiwillig Futter für Voyeure pro bono liefert. Fuer den besten Freund zeigt man doch gerne die pralle Haut. Und bei Damen Ü 30 fragt man sich, ob deren Partner in Verzückung geraten, wenn sie die räkelnden Posen wie Freiwild im Netz sehen. Fast könnte man meinen, man ist auf der online Plattform der Hamburger Reeperbahn…

Viele junge Menschen brechen mittlerweile sogar ihr Studium ab und jobben in Boutiquen, um sich 6-8 Stunden am Tag ihrem “Instagram” Konto zu widmen, in der Hoffnung, als sogenannter “Influencer” einen fetten Werbevertrag zu erhalten, oder Urlaube spendiert zu bekommen oder auch um 600 Euro fuer ein gepostetes Bild zu erhaschen. Idealerweise steckt hinter einem online “Stern” auch ein realer “Insta-Husband”, der Sklave, der die professionellen Fotos schiesst. Das ist wohl der einzige, authentische Beitrag an den täglich bis zu 15 virtuellen Inszenierungen. Der Tag eines “soon to be influencers” läuft wohl so ab: aufstehen, Morgenroutine festhalten, 1 Stunde Outfits aussuchen, sich 1 Stunde lang schminken, posten, danach  3 Stunden Fitness, danach posten.  Nichts wird dem Zufall überlassen, um die “follower” bei Laune zu halten, besser gesagt die Stalker. Danach fiebert der Poster den Reaktionen entgegen, die Zahl der “likes” ist die neue Währung. Jeder Kommentar befeuert die Exhibitionisten. Um weitere Anhänger sprich Freunde zu bekommen, muss man natürlich auch zurück “liken” und schreiben. Das war früher auch schon so, man antwortete ja seinem Briefwechsel, nur war dieser in einem überschaubaren Rahmen. Die Sucht nach “Likes” ist die fehlende Bestätigung im realen Leben. Anerkennung für makellose, gefilterte Bildchen, die nicht der Wirklichkeit entsprechen! Es gleicht einer Ersatz-Religion. 11 Millionen Anhänger hierzulande glauben allein nur an Instagram…

Und wer das nötige Kleingeld hat, kannst sich seine “follower” kaufen. Freundschaft und Religion waren schon im Mittelalter käuflich. Warum sollte das in der “fake world” nicht weiter so gehen?

Ich bin vielen “Instagram” Stars und Sternchen begegnet. Das Erschreckende: wenn ich nicht explizit auf die Person hingewiesen worden wäre, hätte ich die Internetgrösse offline nicht erkannt, so unscheinbar!  Ganz abgesehen davon, dass solche virtuellen Stars im realen Leben keinen Beitrag am Tisch oder in aktiven Gesprächen leisten. Oft sind das sehr introvertierte Personen, die in ihrer Scheinwelt des Internets aufblühen, in der Jugend oft wegen ihres Auftretens (Figur) gemoppt wurden oder einfach aufgrund ihrer Körpergrösse übersehen wurden, und es nun endlich im Internet allen zeigen können, dass sie es geschafft haben. Endlich sind sie wer! Der Preis der Selbstinszenierung ist hoch, denn die Speicherkammer des Internets vergisst nichts! Aber dafür ist der Roboter ja auch der beste Freund, denn beste Freunde behalten alles bei sich!

 

Meine ehemaligen Geschäftskollegen, ein Ehepaar aus USA, wurden recht spät Eltern. In der unglaublichen Vorfreude haben sie die Ultraschall Bilder ihrer ungeborenen Tochter auf ihre bereits vor Geburt implementierte Website gestellt. Danach wurde ein Foto nach dem anderen hochgeladen, das Kind ist heute 15. Es braucht keine Fotoalbensammlung, kein Video mehr anschauen. Das Netz hat ihr Leben nicht nur für sie persönlich, sondern auch für das Internetvolk brav und bis ins Detail gespeichert. Die Eltern taten dies, ohne dass ihre Tochter gefragt werden konnte. Ab 14 Jahren hat man als Heranwachsender Anspruch auf Wahrung seiner Persönlichkeitsrechte, denn dann Jugendliche einsichtsfähig, so heisst es im Gesetzbuch. Befürworter meinen, dass sich Babies und Kinder ja optisch verändern und nicht der gläserne Kunde von morgen sein werden. Ja, aber die Eltern sind transparent und nennen das Kind beim richtigen Namen, wie bei der berühmten Serie “Truman Show” – leider nur im richtigen Leben! Also, liebe Eltern erst eine eigene Medienkompetenz entwickeln, dann bewusst posten. Denn Eltern haften für ihre Kinder. Und das Internet ist auch eine nicht zu endende Baustelle!

Alle sind im Stress. Burnout im Job, vorweihnachtliche Panik… Tut was dagegen. Hier eine sehr nützliche App zur Meditation: Headspace (Guide meditation for everybody). Auch für unsere gestressten Kinder. Ohm….Bei mir schläft sogar der Hund ein!

Als Cem Özdemir, der Parteivorsitzender der “Grünen”, auf seinem Balkon ein Interview gab und Hanfpflanzen im Hintergrund sichtbar wurden, war das ein Rieseneklat in Deutschland. Meine Freundin, die im bürgerlichen Berlin-Dahlem ein Haus mit Garten bewohnt, hatte auch plötzlich Hanf bei sich neben ihren Sonnenblumen vorgefunden und wusste nicht, wie sie dazu kam. Des Rätsels Lösung: Das Vogelfutter hing direkt über der Stelle am Baum. Anscheinend fielen ein paar Samen beim Vogelpieken ins Gras und siehe da wird man schon ungewollt ein Hanfpflanzen-Züchter. Die weiblichen Blüten haben einen hohen THC Wert (berauschendes Mittel), der high machen kann und dessen Anbau ist in Deutschland bisher strafbar.

Wir alle können im Reformhaus Hanfsamen(von männlichen, harmlosen Hanfpflanzen ohne THC Gehalt) als Superfood offiziell kaufen und sie in unser Müsli mischen, der ist allerdings nicht zu verwechseln mit dem Hanf, den man als Joint raucht. Die Hanfnüsschen enthalten sehr viele Mengen man Antioxidantien und Vitamin E und Vitamin B 2, das für den Muskelaufbau verantwortlich ist, für Sehstärke und gut für die Haut ist. Wer sich also nicht strafbar machen will, darf keine Hanfpflanzen mit hohem THC Gehalt anbauen, weil dies einen Besitz darstellt. Passt also auf, wenn Ihr die Vögel das ganze Jahr durchfüttert, dass sich da nicht eine Hanfplantage unter den Häuschen entwickelt….