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Alt werden nur die anderen…

Ich war in den letzten Tagen, aufgrund der lauen Sommerabende, auf zahlreichen Parties der “Mutterstadt”, Berlin. Habe dort viele Bekannte getroffen, die man nicht alle Tage sieht. Einige habe ich nicht mehr erkannt, weil sie so gestretched sind, dass sich die Mundwinkel zu den Ohren ziehen, andere haben “dank” des Vampirlifts Geisterausdrücke, andere Exemplare sehen aus wie Comic Figuren, die aber nicht mehr lachen können, und die andere Fraktion lebt mit ihren Falten.  Ich frage mich, wie werde ich wohl enden? Ich habe mir jedenfalls fest vorgenommen, nicht meine Restlebenswartung zu berechnen aufgrund meiner genetischen Disposition, sondern das Leben so anzunehmen in seiner vollen Restblüte, denn eines ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Noch nie war ich so gelassen, so selbstbewusst und habe eine Selbsterkenntnis erlangt in Sachen Menschen, Liebe, Sex und Business, die ich gerne schon mit 18 gehabt hätte. Meine Haltbarkeitsangabe, in Anbetracht der Tatsache, dass ich meine beiden Töchter seit Geburt alleine (Ehemann war nie als Vater präsent) erziehe, beruflich tätig bin und meinen Haushalt alleine schmeisse, ist gar nicht mal schlecht. Ich erschrecke mich noch nicht, wenn ich in den Spiegel schaue. Der Jugendwahn, der hierzulande herrscht, hat mich noch nicht im Griff. Ich pflege auch rege Freundschaften zu älteren Menschen, wenn sie denn weise und gütig sind, sind Gespräche mit ihnen so hilfreich, weil ich durch ihre Geschichten und den Glanz in ihren Augen ihre Lebenslust spüre, dass man auch im Herbst seines Lebens kein Verfallsdatum hat in Bezug auf Intelligenz oder gar Sex. Mein Ex-Mann kokettiert mit seinem biologischen Alter, das ihm sein Hausarzt Jahr für Jahr optimiert, so dass er immer gern zu den “Check ups” rennt. Ja, aber das sogenannte gefühlte Alter beeinflusst tatsächlich den Alterungsvorgang positiv. Immer noch das Leben umarmen, das Leben erwarten in all seiner Natur, den Wundern, den Sonnentagen, den Gezeiten. Nur die Zeit sollten wir ausser Acht lassen, sie ist wie das Alter nur eine Zahl. Und die Probleme in der “Grauzone” sollte man als Herausforderungen sehen und sich ihnen stellen. Ja, ich muss nun mehr Sport machen, ja , es kommt mir zugute, dass ich weder rauchte noch Alkohol trank, ja ich habe auch schon über ein Lifting nachgedacht.

Wenn ich meine Töchter anschaue, die in ihrer Jugend und Schönheit Selbstzweifel hegen, zuweilen unsicher sind, wie sie ankommen, was ihre Freunde denken, beneide ich sie nicht. Sie nehmen alles zu persönlich. Ich hingegen habe eine ordentliche Panzerhaut entwickelt, was Leute von mir denken und reden, interessiert mich mehr und mehr weniger. Habe keine Ängste, nicht vor den Folgen meines Redens, meiner Haltung, verdränge nichts, sondern spreche es aus. Ich versuche die mir in der Jugend angeeignete Diplomatie noch zu wahren, aber auch Dinge, die mich stören, beim Namen zu nennen, auch wenn ich damit andocke! Was interessiert mich das Geschwätz von gestern? Habe ab 40 Bilanz gezogen, mache nun weniger Kompromisse, weil ich noch Dinge und Ziele in der Lebensmitte, auf Dich der Umstände geschuldet, Rücksicht genommen habe, nun vewirklichen möchte. Liegt wohl auch am steigenden Testosteron und am fallenden Östrogen…

Ich habe gelernt, dankbar zu sein für das, was ich habe und bin. Mit sich selbst im Reinen zu sein ist für die Seele entscheidend. Das ist dann der Fall, wenn unsere drei Teile im Gehirn in Balance sind: Der instinktive Bereich (Reptiliengehirn), der emotionale Bereich (limbisches System) und der rationale Bereich (Neokortex).

Um den Alterungsprozess mit dem Essen anzuhalten, empfehle ich Lebensmittel mit dem Wirkstoff (Flavonid) QUERCETIN, welches man auch als Nahrungsergänzungsmittel kaufen kann. ABER ich verzehre lieber Super food wie Rucola, Spargel, Chilischoten, Grünkohl, Kidneybohnen, Zwiebeln, Erbsen, roten Salat, Pflaumen, Beeren, Äpfel, Birnen, Trauben, Brokkoli und Spinat, das allesamt viel Quercetin enthält. Damit kann man auch Krankheiten aufhalten. Und wie sagte unsere Vorzeige-Schauspielerin Iris Berben mal so schön? “Mit Yoga und Wasser trinken die Jugend wahren. Alt? Werde ich später!” Nun denn, wenn ich sie nicht am Pool des “Beverly Hills Hotels” in Los Angeles komplett am Kopf bandagiert vor 20 Jahren gesehen hätte, würde ich das gut und gerne glauben. Zugegeben: sie ist zum Richtigen gegangen, ich sollte sie mal zeitnah nach dem Operateur fragen :-) Denn sag niemals nie… Auch das ist die Freiheit des Älterwerdens, das Recht zu haben, seine Meinung zu ändern. Und mit schwindendem Alter lässt auch die Angst vor dem Skalpell nach..